Schreiben am Wasser

Hi, ich bin Ewa ...

... und hier erfährst du, wie ich zum Schreiben gekommen bin.

Schon in der Grundschule hat mich ein großer Wunsch beseelt:
Ich wollte Geschichten erzählen und Bücher schreiben - Schriftstellerin werden war mein größter Traum.

Allerdings habe ich nie wirklich damit gerechnet, dass sich dieser Traum tatsächlich erfüllen könnte ... Besonders nicht, nachdem ich mit 16 voller Naivität und wildem Herzklopfen ein dünnes, mit Schreibmaschine geschriebenes Manuskript an einen nicht unbekannten Verlag im Rheinland geschickt habe - und meine geistigen Ergüsse ungelesen zurückerhielt mit dem Vermerk "Wir verlegen nur namhafte Autoren".

Writing on a Notebook_edited.jpg

BÄM! Das war erstmal ein ganz schöner Schlag vor den Bug und obwohl dieses Erlebnis mehr als dreißig Jahre zurückliegt - JAAAA, ich weiß, für manche bin ich schon "alt"! ;) - erinnere ich mich noch gut an dieses niederschmetternde Gefühl, das dieser eine Satz in mir ausgelöst hat.
 
Rückblickend kann ich diese Antwort natürlich nachvollziehen, aber damals hinterließ es ein Gefühl,
das mich in den Jahren danach ziemlich oft begleitet hat.

Zurückweisung und Enttäuschung sind Erfahrungen, die unangenehm sind und im Gedächtnis bleiben.
 
Dieses Erlebnis hat mich so sehr desillusioniert, dass ich diesen Traum nach einer Weile begraben und über Jahre kein einziges Wort mehr geschrieben habe. Eine Menge guter Ideen und Ansätze sind dabei zusammen mit meinen grauen Hirnzellen verschwunden ;)

Ehrlich gesagt ist es nur einer guten Freundin zu verdanken, dass ich überhaupt wieder schreibe, denn sie hat meine alten Geschichten gelesen und an mich geglaubt, als nicht mal ich selbst es mehr tat.

Bücher

Angetrieben von ihrer Begeisterung und der Motivation, die sie mir damit schenkte, machte ich mich 2013 auf die Suche nach Möglichkeiten, endlich ein größeres Publikum zu erreichen.

Alte Geschichten, die nur überarbeitet werden mussten, hatte ich reichlich. Mein Kopf war plötzlich wieder voll mit Träumereien und es war dieses Gefühl, als hätte jemand einen Knoten gelöst, der mir über Jahre das Atmen schwer gemacht hatte.

Ich wusste bereits, dass es bei Amazon die Möglichkeit gab sein Buch eigenständig hochzuladen, aber ich muss zugeben, dass mich "The Big A" abschreckte. Meine Englischkenntnisse, explizit was den rechtlichen Kram betraf, waren damals zu dürftig, als das ich zu jenem Zeitpunkt guten Gewissens diesen Schritt hätte wagen können.

Stattdessen stolperte ich auf Umwegen über BookRix. Damals einer der wenigen deutschen Selfpublishing-Anbieter, auf dem Markt, der für mich seriös genug wirkte, um den Schritt zu wagen, mich dort zu registrieren und überhaupt etwas von mir und meinem laienhaften Geschreibe preiszugeben.

Ein Neuanfang

Es tat mir gut, ein paar Kurzgeschichten zu verfassen und wieder Übung zu bekommen. Nachdem ich einen ersten internen Wettbewerb gewonnen hatte und das Feedback der Lesegemeinde positiv war, wagte ich mich weiter vor ... die nächsten Kurzgeschichten entstanden und ich überarbeitete einige meiner alten Storys.


Ich weiß nicht mehr genau, was mich schließlich endgültig dazu trieb, eine dieser Geschichten mit einem wirklich, WIRKLICH grässlichen Selfmade-Cover zu versehen und es im April 2013 über BookRix zum Verkauf einzustellen.

Ich weiß aber noch ganz genau, dass ich dachte: "Das sieht eh kein Mensch. Im besten Fall kaufen das zwei oder drei Leute und das war's."
Chancen habe ich mir zu dem Zeitpunkt keine ausgemalt.

Dass ich mich knapp vier Wochen später mit mit meinem Debüt-Roman "Outback - Unter australischer Sonne" plötzlich in den Top 20 der Amazon-Bestseller wiederfinden würde, damit hatte ich schonmal GAR NICHT gerechnet.
Was darauf folgte war eine ziemlich verrückte, aber auch großartige Zeit, in der ich regelrecht übersprudelte vor Ideen und nicht nur meine Motivation auf einem absoluten Hoch war, sondern auch die Energie, mit der ich arbeitete.

offenes Buch

Ich schrieb mit einer Leidenschaft, als hätte jedes Molekül meiner Existenz auf diesen Moment gewartet. Jedes Buch war für mich wie ein Befreiungsschlag und mit jedem Wort, jeder Zeile griff ich nach den Sternen meines eigenen Horizonts.

Manchmal vergisst man aber vor lauter Euphorie wie wichtig es ist, auch zwischendurch innezuhalten, eine Pause zu machen und diese Energie, die man verbraucht, zu erneuern.

Ich bin NICHT perfekt.

Ich schreibe, weil ich es liebe, nicht weil ich mich für besonders philosophisch halte oder weil ich überzeugt sei, meine Ansicht der Dinge sei die einzig Richtige. Aber natürlich fließt immer ein bisschen von uns selbst in jede Geschichte ... ein bisschen Liebe oder Hass, ein wenig Mitgefühl oder Ablehnung, ein Hauch von Schatten oder Licht.

Ich habe in den letzten vier Jahren nicht nur gute Zeiten gehabt, es gab viel Dunkelheit und mehr Zweifel als je zuvor. Trotzdem ist da auch dieser glühende Funken Hoffnung in mir, dass alles irgendwann wieder gut wird und bessere Zeiten kommen werden.

2020 musste ich mich zum ersten Mal ernsthaft der Frage stellen, ob ich wirklich noch weiter schreiben kann. 2021 war ich kurz davor aufzugeben und mich endgültig als "gescheitert" zu begreifen ... und der Gedanke hat mich förmlich entzweigerissen.

Aber wisst ihr was?

Träume sind keine fragilen Seifenblasen, die zerplatzen und einfach aufhören zu existieren.

Natürlich können Träume zerstört werden, aber gleichgültig in wie vielen Scherben sie vor uns liegen, sie sind immer noch da, sie schlummern tief in unserem Inneren und warten darauf eine neue Chance zu bekommen.
Manchmal verpassen wir den richtigen Moment, aber oft genug ist es nur eine Frage der Ruhe, bis die Dinge zur rechten Zeit geschehen.

Ich habe mich entschieden weiterzumachen, allen Hindernissen zum Trotz.

Ich weiß, es wird schwer werden und ich muss die Zähne zusammenbeißen.

Doch das Schreiben, das Erzählen von Geschichten und das Erfinden neuer Welten ist der einzige große Traum, der mich mein Leben lang begleitet hat - vielleicht ist er sogar alles, was mir geblieben ist von all den kleinen zerstörten Hoffnungen, die ich begraben habe.

Ich will nicht aufgeben.

Ich will schreiben!

Und ich würde mich freuen, wenn ihr mich dabei begleitet.

Schreiben
Schreibmaschine
Schreibheft